Thitz - Tütenkunst Frankfurt

Thitz Thitz - New York Times Square
Thitz Thitz - New York Street
Thitz Thitz - New York (Highline)

Profil /

Urban Bag Art

Seit seiner Studienzeit 1983-1989 an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart ist Thitz, Jahrgang 1962, dafür berühmt berüchtigt, alles in Kunst zu verwandeln, was ihm unter den Pinsel kommt. Im Sperrmüll fand Thitz einmal einen Stapel Brottüten und begann im Atelier damit herumzuexperimentieren. Der Künstler, der stets einen gelben und einem roten Schuh trägt und gerne auch auf seinen Bildern erscheint, verarbeitet mittlerweile seit 1985 Tüten aus der ganzen Welt. Kunst kommt bei ihm nicht in, sondern vor allem auf die Tüte. Thitz schafft expressive Stadtlandschaften, perspektivische Blicke in die Häuserschluchten der Metropolen, die er rund um den Globus bereist. 

Dabei sind seine Großstadtbilder von witzigen Figuren aller Hautfarben, jeglichen Alters und Geschlechts bevölkert. Aus Fenstern, Türen, Dächern schauen ihre Köpfe. Natürlich findet man sie auch auf den Einkaufstüten, die er auf seine Leinwände collagiert, ihre Henkel ragen über den Bildrand. Kunst ist bei Thitz stets mitten aus dem Leben gegriffen.

 
Thitz und Christiane Wolf  auf der Art Karlsruhe 2017

Um an neue Tüten zu gelangen, unternimmt Thitz Tütenreisen, dann steht Tütensuchen auf dem Programm, ob in Marokko, Island, Ecuador, Mexiko, Nepal oder auch Südafrika. Manchmal hat er richtig Glück, wie in New York, wo er in Greenwich Village einen Packen New-York Times Tüten fand. Oder in Indien, wo er in einem Tütenladen aus Zeitungspapier gefaltete Tüten fand. Ein neuer Malgrund war gefunden. Aber auch schöne Läden inspirieren Thitz. Die Tüten dieser Geschäfte finden sich ebenso in seinen Werken wie die Fundstücke.  

Die Motive malt Thitz mit Ölfarben, dann klebt er die Tüten auf. So werden in seiner Weltstadtserie Tüten aus New York, Mexiko, Rom, Kairo oderChicago auf großformatige Bilder montiert, die Ansichten der Städte zeigen. Wichtig, dass die Stadtsilhouette typisch ist, erkennbar durch Wolkenkratzer, historische Gebäude oder Brücken. 
Zwischen die Gebäude malt er Menschen; rot, grün, gelb, blau, heitere, fröhliche Cartoongesichter. Sie schauen zu den Fenstern heraus, oder hinter Straßenecken hervor oder schweben über Dächern. Das ist typisch für Thitz Bag Cities, seine Tütenkunst.  

Eine einfache Einkaufstüte als gemeinsame Sprache globaler Kommunikation? In seinen Arbeiten sind unauffällig Botschaften integriert, change we can believe in, save the planet, tolerance, hope und peace, um nur einige zu nennen. Seine zeichnerischen Tütenerlebnisse und Tütenreisen sind witzig und spannend umgesetzt und werfen einmal mehr die Frage zu den Grenzen von Kunst und Comic auf. Seine Werke jedenfalls sind in großen Museen und prominenten Sammlungen, wie im Messner Mountain Museum, Bozen, der Sammlung Dr. August OETKER, Bielefeld, der SAMMLUNG WÜRTH, Künzelsau oder der Sammlung Frieder BURDA, Baden-Baden, vertreten.

Thitz Thitz - Paris Pont